Ein Passepartout gibt deinem Bild Luft. Der helle Rand lenkt den Blick nach innen und die schräge Innenkante lässt selbst ein Urlaubsfoto wie ein gerahmtes Kunstblatt aussehen. Mit dem passenden Schneidewerkzeug lässt sich ein Passepartout genau auf dein Bild zuschneiden. Entscheidend sind sorgfältig angezeichnete Maße und eine sicher geführte Klinge. Bei uns erfährst du, wie du den Ausschnitt berechnest und saubere Kanten und Ecken schneidest.
Der Vorteil beim Selberschneiden liegt darin, dass du Randbreite und Position des Ausschnitts selbst festlegst. So kannst du auch ein Motiv einrahmen, für das ein fertiges Standard-Passepartout nicht passt. Plane für deinen ersten Versuch etwas zusätzlichen Karton ein, damit du die Führung des Messers zunächst an einem Reststück üben kannst. Gerade beim Schrägschnitt lohnt sich diese Vorbereitung, da kleine Ungenauigkeiten an den Ecken später sichtbar bleiben.
Mehr Raum fürs Motiv: So wirkt ein Passepartout
Ein Passepartout ist ein Karton mit einem Fenster, der zwischen Glas und Bild liegt. Optisch schafft der Karton Abstand zum Rahmen, sodass kleine Motive in einem großen Format nicht verloren wirken. Praktisch hält das Passepartout dein Bild auf Distanz zur Scheibe, an der ein Foto bei Feuchtigkeit sonst haften bleiben kann. Ein Säure- und ligninfreier Passepartoutkarton verringert das Risiko, dass dein Bild durch den direkten Kontakt mit ungeeignetem Karton vergilbt. Auch schmale unbedruckte Bildränder lassen sich damit verdecken, ohne das Original zuzuschneiden. Bei signierten Drucken solltest du den Ausschnitt allerdings so planen, dass die Unterschrift sichtbar bleibt.
Neben der Breite beeinflusst die Farbe des Kartons, wie dein Motiv wirkt. Ein warmer Cremeton kann die sanften Farben eines Aquarells aufnehmen, während ein dunkler Rand helle Bildbereiche stärker hervorhebt. Lege verschiedene Farbmuster direkt neben dein Bild, um ihre Wirkung zu vergleichen.
Werkzeug und Material, um ein Passepartout selber zu machen
Bevor du ein Passepartout selber machen kannst, legst du dir alles zurecht, denn mitten im Schnitt nach Ersatzklingen zu suchen, geht selten gut aus.
- Passepartoutkarton, am besten säurefrei, in einer Farbe, die zu Motiv und Rahmen passt
- ein Passepartoutschneider mit Klinge im 45°-Winkel für das Fenster
- ein scharfes Cuttermesser für den geraden Zuschnitt auf das Außenmaß
- Stahllineal mit rutschfester Unterseite, länger als die längste Kante
- Schneidunterlage aus Graupappe, die du tauschst, sobald sie viele Schnittspuren hat
- weicher Bleistift, Radiergummi und ein Winkel
- Ersatzklingen, weil eine stumpfe Klinge die Fasern eher reißt als schneidet
Damit dein Passepartout passt: Randbreite und Ausschnitt berechnen
Das Außenmaß des Passepartouts richtet sich nach dem Einlegeformat deines Rahmens, nicht nach dessen äußeren Abmessungen. Bei einem Rahmen für 30 × 40 cm beträgt es üblicherweise ebenfalls 30 × 40 cm. Prüfe vor dem Zuschnitt die Maße der vorhandenen Einlage oder Rückwand. Der Ausschnitt richtet sich nach dem Bild, fällt aber etwas kleiner aus, damit der Karton die Bildränder überdeckt. Bei einer bewährten Überlappung von 3 mm ringsum ist der Ausschnitt in Breite und Höhe jeweils 6 mm kleiner als dein Bild.
Um die Passepartout-Breite zu berechnen, ziehst du den Ausschnitt vom Außenmaß ab und teilst den Rest durch zwei. Ein Bild von 20 × 30 cm im Rahmen 30 × 40 cm bekommt so einen Ausschnitt von 19,4 × 29,4 cm und ringsum einen Rand von 5,3 cm. Für das Auge wirkt ein Motiv aber meist erst dann richtig platziert, wenn der untere Rand etwas breiter ist als der obere. Diese optische Mitte erreichst du mit einer Faustregel. Der untere Rand fällt etwa 1 cm breiter aus als der obere. Dafür schiebst du den Ausschnitt um 5 mm nach oben.
| Passepartout (Außenmaß) | Bild | Ausschnitt | Rand links und rechts | Rand oben | Rand unten |
|---|---|---|---|---|---|
| 24 × 30 cm | 13 × 18 cm | 12,4 × 17,4 cm | 5,8 cm | 5,8 cm | 6,8 cm |
| 30 × 40 cm | 20 × 30 cm | 19,4 × 29,4 cm | 5,3 cm | 4,8 cm | 5,8 cm |
| 50 × 70 cm | 29,7 × 42 cm (A3) | 29,1 × 41,4 cm | 10,45 cm | 13,8 cm | 14,8 cm |
Die Tabelle rechnet mit 3 mm Überlappung und einem unteren Rand, der 1 cm breiter ist als der obere. Wie breit der Rand insgesamt ausfällt, ist Geschmackssache. Als grobe Faustregel darf der Passepartoutrand ruhig deutlich breiter sein als die Rahmenleiste, sonst wirkt das Bild schnell gedrängt.
In acht Schritten zum selbst geschnittenen Passepartout
- Schneide den Karton mit Cuttermesser und Stahllineal auf das Außenmaß zu.
- Zeichne den Ausschnitt mit dem Bleistift auf der Rückseite an. Miss jede Seite von der Außenkante aus.
- Stelle die Klingentiefe so ein, dass die Klinge den Karton vollständig durchtrennt und nur leicht in den Unterlagekarton eindringt. Mach anschließend einen Probeschnitt an einem Reststück desselben Materials. Prüfe dabei die Richtung der Schräge sowie Anfang und Ende des Schnitts auf der Vorderseite.
- Richte Führung und Schneidkopf nach der Anleitung deines Geräts aus und prüfe am Reststück, ob die abgeschrägte Innenkante auf der Vorderseite sichtbar ist.
- Richte die Startmarkierung deines Schneiders an der eingezeichneten Ecklinie aus. Führe den Schneidkopf gleichmäßig in der vom Hersteller vorgesehenen Richtung und stoppe anhand der Stoppmarkierung an der gegenüberliegenden Ecklinie. Berücksichtige dabei die beim Probeschnitt ermittelten Korrekturen.
- Wiederhole den Schnitt an den übrigen drei Seiten. Dreh dafür den Karton, nicht dich.
- Löse das Mittelstück vorsichtig heraus. Hängt es in einer Ecke noch fest, schneidest du mit einer frischen Klinge von der Rückseite nach, statt daran zu ziehen.
- Entferne lose Papierfasern vorsichtig, ohne an der Schnittkante zu ziehen. Radiere noch sichtbare Bleistiftlinien auf der Rückseite behutsam weg und entferne anschließend die Radierrückstände.
Passepartout ohne Schnittfehler: Saubere Ecken und sicherer Halt fürs Bild
Die Ecken verraten jedes Passepartout. Ein kleiner Überschnitt auf der Vorderseite zeigt, dass die Klinge zu weit gelaufen ist. Bleibt in der Ecke eine faserige Brücke stehen, hat die Klinge zu früh aufgehört. Passe beim nächsten Probeschnitt die Start- und Stoppposition an. Prüfe bei unvollständig getrennten Ecken zusätzlich die Klingentiefe.
Saubere Ecken erkennst du daran, dass die Schräge gleichmäßig endet, ohne Überschnitt oder Fasern. Eine frische Klinge macht beim Schrägschnitt oft mehr aus als jeder Kniff. Wechsle sie, sobald die Schnittkante rau statt glatt aussieht.
Beim Einrahmen befestigst du das Bild mit säurefreiem Montageband nur am oberen Rand hinter dem Passepartout, damit sich das Papier bei Feuchtigkeitsschwankungen ausdehnen kann. Alternativ halten Fotoecken das Bild auf einem passenden Rückkarton, ohne dass Klebstoff direkt auf das Bild gelangt. Fürs Glas empfehlen wir Normal- oder Museumsglas. Von mattiertem Antireflexglas raten wir in Kombination mit einem Passepartout ab, da der Abstand zum Glas das Motiv leicht unscharf wirken lassen kann.
Deine Gestaltung, unser Zuschnitt: Passepartout nach Maß
Ein Passepartout selbst zu schneiden erfordert Zeit und etwas Übung. Für ein einzelnes Bild rechnet sich die Ausrüstung allerdings selten. Ein Passepartout nach Maß ist dann in der Regel der schnellere Weg. Das gilt auch, wenn du mehrere Bilder als zusammengehörige Serie aufhängen möchtest und Wert auf gleichmäßig geschnittene Kanten legst. Bei großen Formaten entfällt außerdem die Suche nach einer ausreichend langen Führungsschiene und einer passenden Arbeitsfläche.
Wir schneiden jedes Passepartout maschinell und millimetergenau im 45°-Schrägschnitt in unserer eigenen Produktion. Im Konfigurator gibst du Außenmaß und Bildmaß ein. Für die Überlappung berücksichtigen wir automatisch 3 mm je Bildkante, sodass der Ausschnitt insgesamt 6 mm schmaler und kürzer als dein Bild ist. Ziehe diese Zugabe bei der Eingabe deshalb nicht selbst vom Bildmaß ab. Unseren Karton aus 100 % Alphazellulose gibt es in rund 40 Farben. Er ist säure- und ligninfrei und alterungsbeständig nach DIN ISO 9706. Vor der Bestellung solltest du prüfen, ob wichtige Motivdetails oder eine Signatur innerhalb des überdeckten Randbereichs liegen.
Für mehrere Fotos in einem Rahmen findest du Galerie-Passepartouts mit fertig abgestimmten Ausschnitten für 2 bis 7 Bilder. Sollte der Rahmen nicht zu deinem Format passen, fertigen wir dir einen Bilderrahmen nach Maß.
Passepartout nach Maß, fertig zugeschnitten
